FAQ: Was ist für Katzen giftig? – Giftige Substanzen und Gegenstände
Welche Zimmerpflanzen sind für Katzen besonders giftig?
Viele beliebte Zimmerpflanzen sind hochgiftig. Die gefährlichsten sind:
- Lilien (alle Arten, z.B. Osterlilien, Tigerlilien): Schon das Kauen von ein paar Blättern oder das Ablecken von Pollen kann zu akutem Nierenversagen führen. Absolute Gefahr!
- Dieffenbachie („Bogenhanf“): Enthält Kalziumoxalat-Nadeln, die zu starker Schwellung von Maul, Zunge und Rachen führen.
- Weihnachtsstern: Der Milchsaft kann Haut- und Schleimhautreizungen verursachen.
- Philodendron, Efeutute, Aloe Vera: Können ähnliche Reizungen oder Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Immer: Vor dem Kauf einer Pflanze prüfen, ob sie für Katzen unbedenklich ist (z.B. „cat-friendly plants“ suchen).
Welche menschlichen Lebensmittel dürfen Katzen auf keinen Fall fressen?
- Schokolade, Kaffee, Tee: Enthalten Theobromin bzw. Koffein, das zu Herzrhythmusstörungen, Krämpfen und Tod führen kann. Dunkle Schokolade ist am giftigsten.
- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch: Zerstören die roten Blutkörperchen und führen zu hämolytischer Anämie (blutarm). Auch in Soßen oder Suppen gefährlich.
- Weintrauben & Rosinen: Können akutes Nierenversagen auslösen (Ursache unbekannt).
- Alkohol: Schon kleine Mengen führen zu Vergiftungen, Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand.
- Rohes Eiweiß & roher Fisch: Enthalten Enzyme (Avidin) bzw. Thiaminase, die Vitamine blockieren können. Auch von parasitiertem rohem Fisch (z.B. Forelle) droht Gefahr.
- Milch: Ausgewachsene Katzen sind meist laktoseintolerant – es führt zu Durchfall. Keine tödliche Gefahr, aber unnötig.
Welche gängigen Haushaltsmittel und Medikamente sind gefährlich?
- Schmerzmittel für Menschen: Paracetamol (z.B. Panadol), Ibuprofen, Aspirin sind für Katzen extrem giftig und führen oft zum Tod (Schäden an Leber, Nieren, Magen).
- Desinfektionsmittel, Waschmittel, Weichspüler: Können bei Kontakt (auch über Pfoten) oder Verschlucken schwere Verätzungen und Vergiftungen verursachen.
- Frostschutzmittel (Ethylenglykol): extremely giftig! Schon wenige Schlücke führen zu Nierenversagen. Achtung bei offenen Behältern in Garage/ Keller!
- Rattengift & Insektizide: Unterschiedlichste Wirkstoffe können Blutungen, Krämpfe oder Organversagen auslösen.
- Ätherische Öle (Teebaumöl, Eukalyptus, etc.): Werden über die Haut oder durch Einatmen aufgenommen und können neurologische Symptome oder Leberschäden verursachen. Viele sind für Katzen tabu.
Woran erkenne ich, dass meine Katze etwas Giftiges gefressen hat?
Symptome können je nach Gift sehr unterschiedlich sein und treten oft erst Stunden später auf. Alarmzeichen sind:
- Plötzliches Erbrechen, Durchfall (ggf. mit Blut)
- Lethargie, Schwäche, Koordinationsstörungen („taumeln“)
- Starker Speichelfluss, Schaum vor dem Maul
- Atemnot, schnelle oder unregelmäßige Atmung
- Krämpfe, Zittern
- Blasse oder gelbe Schleimhäute (Gelbsucht)
- Verweigerung von Futter und Wasser
- Bei Lilien-Vergiftung: Erbrechen, then Appetitlosigkeit innerhalb von 2-3 Tagen, dann Nierenversagen.
Was muss ich tun, wenn ich vermute, dass meine Katze etwas Giftiges gefressen hat?
SOFORT handeln!
- Ruhe bewahren und das Tier vom Giftstoff fernhalten.
- Notfall-Tierarzt oder Giftnotruf (z.B. Giftinformationszentrum der Länder oder Tierklinik mit 24h-Notdienst) sofort anrufen. Nennen Sie: was, wann, wie viel, Gewicht der Katze.
- Niemals ohne ärztlichen Rat Erbrechen auslösen (z.B. mit Salz oder Öl) oder Hausmittel geben! Bei ätzenden Substanzen (Reinigungsmittel) kann Erbrechen die Speiseröhre erneut schädigen.
- Bei bewusstlosen oder krampfenden Tieren: Tierarzt transportieren (vorsichtig, Kopf stützen).
- Wenn möglich, das verdächtige Produkt/ die Pflanze mitnehmen.
Gibt es auch Medikamente, die speziell für Katzen giftig sind?
Ja, einige für Hunde zugelassene Medikamente sind für Katzen lebensgefährlich, da ihr Stoffwechsel anders ist. Dazu gehören:
- Permethrin (in vielen Hunde-Floh- und Zeckenmitteln): Schon winzige Mengen (z.B. vom Besitzer übertragen) können zu Krämpfen, Fieber und Tod führen. Niemals Hunde-Produkte bei Katzen anwenden!
- Loperamid (Durchfallmittel): Kann bei Katzen das Gehirn schädigen.
- Bestimmte Antibiotika (z.B. Tetracycline, Chloramphenicol).
Wie kann ich meine Katze am besten vor Vergiftungen schützen?
- Nur katzenfreundliche Pflanzen im Haushalt und Garten halten.
- Alle Medikamente, Putzmittel, Frostschutzmittel absolut sicher und für die Katze unzugänglich (verschließbare Schränke, hohe Regale) aufbewahren.
- Keine Essensreste (besonders mit Zwiebeln, Knoblauch) füttern.
- Schokolade, Kaffee, Trauben nie offen herumliegen lassen.
- Bei Floh- & Zeckenmitteln: Immer auf die „Für Katzen“-Kennzeichnung achten und Dosierung genau einhalten.
- Giftige Substanzen (z.B. Putzmittel) immer originalverpackt und mit Etikett aufbewahren – im Notfall ist die Identifikation entscheidend.
- Sofort den Tierarzt/Giftnotruf in den Notfall-Kontakten speichern.
Wichtigster Grundsatz: Bei jeder Vergiftungsverdächtigung gilt: Zeit ist Leben. Zögern Sie nicht, den Notdienst zu kontaktieren. Viele Gifte wirken erst verzögert tödlich.






