Welche Hunde bellen nicht?


FAQ: Die ruhigsten Hunde, die nicht oder kaum bellen

Gibt es Hunde, die wirklich nie bellen?

Nein. Alle Hunde können bellen – es ist eine natürliche Kommunikationsform. Es gibt jedoch Rassen, die von Natur aus viel seltener und leiser bellen als andere. Manche haben sogar eine andere Lautäußerung (z.B. ein „Jodeln“ oder „Heulen“). Das Ziel sollte eine ausgewogene, gut erzogene Hund sein, nicht ein stummer Hund.

Welche Hunderassen gelten als besonders ruhig und bellarm?

Rassen, die oft als zurückhaltend, weniger „melodramatisch“ und weniger wachsam-bellend beschrieben werden:

  • Basenji: Beginnt oft das Ranking, da es physisch nicht „bellen“ kann, sondern einen charakteristischen „Jodel-laut“ („yodel“) von sich gibt. Sehr ruhig im Haus.
  • Neufundländer & Bernhardiner: Sanfte Riesen, die tendenziell sehr ruhig und friedlich sind. Sie bellen nur, wenn es wirklich nötig ist.
  • Cavalier King Charles Spaniel: Meist freundlich, anhänglich und nicht übermäßig bellend.
  • Basset Hound: Hat eine gemütliche, entspannte Art und bellt eher selten.
  • Flämischer Bouvier: Zuverlässig, ruhig und wachsam, aber kein Dauerbeller.
  • English Bulldog & Französische Bulldogge: Meist entspannte Zeitgenossen mit geringem Bell-drang.
  • Greyhound (Windhund): Oft sehr ruhige „Couch-Potatoes“ nach dem Sprint.
  • Great Dane (Deutsche Dogge): Trotz Größe oft eine ruhige, gemütliche Seele.
  • Shih Tzu & Malteser: Als Gesellschafts- und Begleithunde gezüchtet, sind sie oft nicht als Wachhunde angelegt und daher ruhiger.

Warum bellen manche Hunde so viel und andere kaum?

Das hängt von einer Mischung aus Genetik (Rasse/Veranlagung), Erziehung, Sozialisierung und Umwelt ab:

  • Veranlagung: Wach- und Hütehunde (z.B. Schäferhund, Terrier) sind oft bellfreudiger, da das Bellen in ihrer ursprünglichen Aufgabe lag (Hüten, Bewachen, Jagen).
  • Erziehung & Training: Ein Hund, der gelernt hat, dass ruhiges Verhalten belohnt wird und der genug Auslastung hat, bellt weniger. Unbeabsichtigtes Belohnen von Bellen (z.B. durch Aufmerksamkeit) führt zu mehr Bellen.
  • Sozialisierung & Umwelt: Ein unterforderter, gelangweilter oder ängstlicher Hund bellt oft mehr. Ausreichende Bewegung, geistige Beschäftigung und sichere Umgebung sind entscheidend.

Kann ich durch Training jeden Hund „stumm“ machen?

Man kann einem Hund beibringen, wann es angebracht ist zu bellen und wann nicht (z.B. „Platz, wenn jemand an der Tür klingelt“). Grundsätzlich das Bellen komplett zu unterdrücken, ist nicht artgerecht und kann zu Frustration oder anderen Verhaltensproblemen führen. Das Ziel ist ein ausgeglichener Hund, der seine Bedürfnisse angemessen äußern kann.

Worauf muss ich achten, wenn ich einen ruhigen Hund suche?

  1. Rassewahl: Informiere dich genau über den ursprünglichen Zweck der Rasse. Ein „Hüte- oder Wachhund“ wird tendenziell mehr kommunizieren.
  2. Individuum: Auch innerhalb einer Rasse gibt es temperamentvolle und ruhige Charaktere. Lerne den Hund persönlich kennen.
  3. Auslastung: Selbst der ruhigste Hund braucht artgerechte Bewegung, Nasenarbeit und geistige Herausforderung. Unterforderung führt zu Verhaltensproblemen – auch bei ruhigen Rassen.
  4. Sozialisierung: Ein gut sozialisierter Hund ist sicherer und bellt seltener aus Angst oder Unsicherheit.
  5. Gesundheit: Manche Rassen (wie z.B. der Basset Hound) neigen zu Atemproblemen, die laute Atemgeräusche verursachen können – das ist aber kein Bellen.
Sind kleine Hunde (wie Chihuahua) automatisch lauter?

Nicht automatisch, aber viele kleine Begleithunderassen (Terrier, Schoßhunde) wurden oft als „Wachhunde“ gezüchtet und neigen zu einem lebhaften, aufmerksamen Wesen. Ihr „Gebell“ ist zwar oft hoch, kann aber sehr penetrant sein. Ein gut trainierter und socialisierter Chihuahua kann aber genauso ruhig sein wie ein Großer. Es kommt auf das Individuum und die Erziehung an.

Welcher Hund ist der „beste“ für eine ruhige Wohnung?

Es gibt keinen „Besten“. Ideale Kandidaten für eine ruhige Wohnungshaltung sind oft erwachsene Hunde (ab ca. 2-3 Jahren), deren Charakter bereits gefestigt ist, sowie die oben genannten Rassen mit ruhigem Naturell. Ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz hat oft schon einen bekannten, stabilen Charakter und man kann direkt sehen, wiebellfreudig er ist.


Wichtiger Hinweis:

„Ruhig“ bedeutet nicht „pflegeleicht“ oder „anspruchslos“. Selbst der ruhigste Hund hat grundlegende Bedürfnisse nach Bewegung, Beschäftigung, Führung und Gesellschaft. Ein underforderter Hund wird unausgeglichen – und kann dann mehr bellen als erwartet.

Fazit: Die Wahl des richtigen Hundes sollte vor allem auf Charakter, individuellem Temperament und Passform zu Ihrem Lebensstil basieren – nicht nur auf der generellen Einstufung einer Rasse als „bellarm“. Besuchen Sie Züchter, Tierheime und lernen Sie Hunde persönlich kennen.

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