Warum Ihre Hunde Sie beim Umarmen trennen wollen
Haben Sie jemals bemerkt, wie Ihr Hund sich zwischen Sie und Ihren Partner drängt, wenn Sie sich umarmen? Dieses Verhalten ist kein Zeichen von Eifersucht, sondern eine faszinierende Reaktion auf das, was Hunde als potenziell gefährliche Situation wahrnehmen. Verstehen Sie die Hundeperspektive und lernen Sie, was wirklich in Ihrem vierbeinigen Freund vorgeht.


Die Welt aus Hundesicht: Umarmungen als Konflikt
Was Menschen sehen
Für uns sind Umarmungen ein Ausdruck von Liebe, Zuneigung und emotionaler Verbundenheit. Wir genießen die körperliche Nähe und empfinden sie als beruhigend und tröstend.
Was Hunde wahrnehmen
In der Hundewelt bedeuten plötzliche Distanzverkürzung, frontale Körperstellung und Bewegungslosigkeit etwas völlig anderes: Sie sind klassische Vorboten eines bevorstehenden Konflikts oder einer Auseinandersetzung.
Diese fundamentale Unterschied in der Wahrnehmung erklärt, warum Ihr treuer Begleiter so beunruhigt reagiert, wenn Sie jemanden umarmen. Was für uns natürlich und liebevoll ist, löst bei Ihrem Hund instinktive Schutzreflexe aus.
Die drei Warnsignale eines Konflikts
Plötzliche Distanzverkürzung
Wenn zwei Körper sich schnell annähern, interpretiert der Hund dies als potenziell aggressive Bewegung. In der Natur nähern sich Tiere nur schnell, wenn ein Konflikt bevorsteht.
Frontale Körperposition
Die direkte Gegenüberstellung zweier Individuen gilt in der Hundesprache als Konfrontation. Hunde vermeiden normalerweise frontale Begegnungen und nähern sich seitlich an.
Bewegungslosigkeit
Das Einfrieren der Bewegung ist für Hunde ein eindeutiges Zeichen von Spannung. Es signalisiert, dass sich die Situation zuspitzen könnte und Vorsicht geboten ist.
Der Hund als Friedensstifter
Wenn Ihr Hund sich zwischen Sie und Ihren Partner drängt, handelt er nicht aus Eifersucht. Er übernimmt die Rolle des Vermittlers und versucht aktiv, die vermeintlich gefährliche Situation zu entschärfen.
Erkennung der „Gefahr“
Der Hund registriert die Umarmung als potenzielle Bedrohung
Physische Intervention
Er drängt sich mit seinem Körper zwischen die umarmenden Menschen
Trennung des Kontakts
Durch sein Eingreifen wird der „gefährliche“ Körperkontakt unterbrochen
Beruhigung der Situation
Das Ziel ist, die Spannung im Raum zu reduzieren und alle zu beruhigen
Ihr Hund versucht buchstäblich, die Situation verständlich und vorhersehbar zu machen. Er möchte das wiederherstellen, was er als normale, sichere Interaktion zwischen seinen Familienmitgliedern kennt.

Was Hunde bei Umarmungen wirklich beunruhigt
Lachen und Geräusche
Das Lachen und die ungewöhnlichen Geräusche, die Menschen beim Umarmen machen, wirken auf Hunde seltsam und schwer einzuordnen. Sie können diese Laute nicht als Ausdruck von Freude verstehen.
Atemanhalten
Die veränderte Atmung während einer Umarmung signalisiert dem Hund Stress oder Anspannung. Für ihn ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
Küsse
Küsse während der Umarmung verstärken die Verwirrung des Hundes. Dieses Verhalten existiert nicht in der Hundewelt und macht die Situation noch unvorhersehbarer.
Bewegungseinschränkung
Wenn ein Mensch einen anderen umfasst, sieht der Hund die Bewegungsfreiheit eines Rudelmitglieds eingeschränkt. Dies ist für ihn der Beginn eines Konflikts, den er sofort beenden möchte.
Wichtig zu verstehen: Ihr Hund versucht nicht, Sie zu ärgern oder Aufmerksamkeit zu erregen. Er handelt aus einem tiefen Instinkt heraus, seine Familie zu schützen und Harmonie zu bewahren.
Ein liebevolles Missverständnis verstehen
Das nächste Mal, wenn Ihr Hund sich zwischen Sie und Ihren Partner drängt, sehen Sie es mit anderen Augen. Er ist nicht eifersüchtig oder störend – er ist ein fürsorglicher Beschützer, der versucht, alle in seiner Familie sicher und glücklich zu halten.
Respektieren Sie seine Perspektive
Ihr Hund handelt aus echter Sorge. Beruhigen Sie ihn sanft und zeigen Sie ihm, dass alles in Ordnung ist.
Schaffen Sie positive Assoziationen
Belohnen Sie ruhiges Verhalten in Ihrer Nähe, wenn Sie sich umarmen, damit er lernt, dass Umarmungen sicher sind.
Geben Sie ihm Sicherheit
Ein ruhiger Ton und entspannte Körpersprache helfen Ihrem Hund zu verstehen, dass keine Gefahr besteht.
Quelle: Diese Erkenntnisse basieren auf verhaltensbiologischen Studien zur Hundekommunikation und Körpersprache sowie auf Forschungen von Kynologen und Tierverhaltensspezialisten, die die sozialen Interaktionen zwischen Hunden und Menschen untersuchen.







